19. Gredinger Jugendturnier- 4 Tage tolles Tennis

Vier Tage lang hochklassiges Jugendtennis – das konnten die Zuschauer bei der neunzehnten Auflage des Gredinger Jugendturnier erleben. 


Packende Spiele, hervorragende äußere Bedingungen, dazu wie immer ein absolut reibungsloser Verlauf - beim Gredinger Jugendturnier passte mal wieder alles. Vier Tage stand die Anlage ununterbrochen im Zeichen des Tennissports: Insgesamt 91 Teilnehmer waren der Einladung der beiden  Turnierleiter Gert Sorgatz und Daniel Geyer gefolgt. Beide leiten seit Jahren mit Bravour das Turnier. Zusammen mit ihrem Team machten sie wieder einen tollen Job und ermöglichten vier tolle Tennistage. Die Akteure machten es ihnen diesmal allerdings auch recht einfach: Kaum strittige Entscheidungen, alles weitgehend ruhig und besonnen, die Oberschiedsrichter mussten nur ganz selten eingreifen. Und aus ganz Bayern waren die Spieler wieder nach Greding gekommen: Luitpoldpark München, Spvgg Hainsacker, Bauer Burkunstadt, TVA 1860 Aschaffenburg und und und. Besonders erfreulich diesmal: die hohe Zahl der Lokalmatadoren, die das Salz in der Suppe bildeten. Zwar waren manche Konkurrenzen recht spärlich besetzt, aber an jedem Turniertag gab es ein paar echte Highlights und Hingucker. So auch schon am ersten Turniertag:

 

Turniertag eins - der Tag des Kleinfeldtennis: Frühmorgens werden schon weiße Linien auf dem Platz befestigt, Markierungen werden mit dem Besen nachgezogen, die Netze aufgebaut. Der Match-Pointer zum Zählen hängt etwas niedriger, die Bälle sind etwas leichter. Der Kleinfeldtag kann beginnen. Die Taschen sind fast so groß wie die Spieler, doch die Kleinsten sind schon am Donnerstag morgen top motiviert angereist. Nach den ersten Bällen stellt sich heraus: Ein großes   Hindernis ist die Zählweise. „Satz bis vier, No Ad, der Rückschläger entscheidet über die Seite, Tie-Break, Match-Tiebreak“... Für Sechs- bis Siebenjährige ein Buch mit sieben Siegeln und viel zu kompliziert.  Hier könnte man durchaus auch einen einfacheren Modus finden. Dank der Hilfe der Eltern und der eingeteilten Schiedsrichter gelingt aber auch hier ein korrektes Zählen und die Matches gehen reibungslos über die Bühne. Dabei ist das Spiel an sich recht einfach: Der Ball muss übers Netz in das Feld des Gegners – das kapiert jeder. Die Spieler lassen sich vom schwierigen Zählmodus nicht beirren und spielen mit Begeisterung tolles Tennis. Und so sieht man auf dem Kleinfeld schon deutliche Unterschiede im technischen Niveau: Cross-Duelle, Winkelspiel, harte Aufschläge – alles was zum Tennis gehört nur auf verkleinertem Feld, werden vor allem schon von den Top-Platzierten in Perfektion beherrscht. Zwei Spieler landen letztendlich auf den ersten beiden Plätzen bei den Jungs der U 8. Leo Distler (FC Schwand) blieb hier ungeschlagen vor Thomas Meier (MBB Manching). Bei den Mädchen U 8 landete Amelie Heidingsfelder vom FC Schwand auf Rang eins. Auf den weiteren Plätzen deuteten drei Gredinger Spielerinnen in Talent an: Elisabeth Tietz, Marie Grünleitner und Emma Stadler - sie landeten auf den Plätzen zwei bis vier. Sie kämpften um jeden Ball und zeigten schon in extrem jungen Jahren ihr Talent für den Tennissport.    

 

Turniertag zwei - Der Nachwuchs U 21 geht an den Start. Der Unterschied ist schon rein körperlich unübersehbar. Die ältesten Spieler sind bereits 21 Jahre. Hier gibt es schon ganz andere anatomische Voraussetzungen, nd es wird daher schon wesentlich härter auf die gelbe Filzkugel gedroschen. Die beiden Nachwuchskonkurrenzen sind wie immer herausragend besetzt: Mit dabei die beiden Vorjahressieger, die Geschwister Büttner vom Club am Marienberg Nürnberg. Zwei Ausnahmesportler, die unter anderem auch durch ihr freundliches und bescheidenes Auftreten bestechen. Immerhin gegen die beiden im Ligabetrieb in der Regionalliga an den Start. Am Ende des Tages werden sie auch diesmal wieder das Turnier für sich entscheiden. Das größte Feld des gesamten Turniers geht beim weiblichen Nachwuchs ins Rennen: Darunter ist zweimal die Leistungsklasse eins, dazu zweimal LK 2 – das hört sich gut an. Ein kleines Feld, aber qualitativ hochwertig ist  die Konkurrenz bei den Herren. Hier tummelt sich dreimal die Leistungsklasse eins. Und gleich im Viertelfinale gibt es ein echtes  Knallerspiel zu bestaunen: Michael Sperl von Grün-Weiß Luitopoldpark München liefert sich mit Tobias Schaller von TC RW Erlangen einen packenden Tenniskrimi über drei Sätzen.   

 

Turniertag drei – der Tag der Lokalmatadoren. Noch nie waren bei einem Turnier so viele Spieler aus dem eigenen Verein vertreten: Vom TC Greding gehen insgesamt 21 Akteure an den Start, der TV Thalmässing ist mit fünf Spielern vertreten. Und schon am Vortag gibt es zwei Duftmarken. Zwei Thalmässinger Nachwuchsspieler lassen dort ihr Können aufblitzen: Fabio Perkowski und Jan Heymanns vom TV Thalmässing belegen in der Kategorie U 10 männlich die Ränge zwei und drei - eine tolle Leistung. Einen Tag später kommen dann auch die Nachwuchsspieler des TC Greding zum Einsatz. Gegen die gesetzten Spieler haben sie einen schweren Stand. Doch man schlägt sich alles in allem wacker. Bei der U14 weiblich gelangen drei einheimische Nachwuchspielerinnen immerhin bis ins Viertelfinale unter die letzten acht: Johanna Herrler, Naomi Trejo und Franziska Zink spielen ein starkes Turnier. Gegen Top-Gegner haben sich Sina Weingärtner und Katerina Fotopoulos in der Königsklasse U 21 zu bewähren, beide schlagen sich jedoch achtbar. Besonders erfreulich für das Turnier: gerade wenn die Lokalmatadoren am Start sind, ist die Anlage voll. Eltern, Geschwister, Opa und Oma wollen ihre Sprößlinge doch einmal genauer begutachten. Fazit für den TC Greding: insgesamt hat man im Nachwuchsbereich wieder aufgeholt. Zwar hat man nicht die absoluten Spitzenspieler, doch kann man durchaus mitspielen. Die gelungene Jugendarbeit von Thomas Ochsenkühn und Renate Winkler macht sich hier sichtlich bemerkbar. Ein gutes Zeichen, denn es gab schon Zeiten, da nur ganz wenige Jugendliche aus den eigenen Reihen überhaupt beim Turnier an den Start gingen. Denn: Im Sport muss man sich stellen, egal wie schwierig die Herausforderungen sind. Und so konzentrierten sich die einheimischen Spieler allesamt auf ihre Aufgaben, ohne Angst vor großen Namen. Denn die gab es dann spätestens an Tag vier, dem Tag der Entscheidung.

Turniertag vier – der Tag der Entscheidung. Die Halbfinals und die Endspiele stehen an, hier gibt es noch mal richtig tolles Tennis geballt zu sehen. Auffallend bei nahezu allen Spielen: Es gibt kaum Schwächen, die Grundschläge kommen aus dem Effeff, die sonstigen Schläge werden ebenso sicher beherrscht. Dazu stets ein klarer Fokus auf den Ball, es wird alles ausgeblendet und sich nur auf die nächste Aktion konzentriert. Unterschiedlich sind jedoch die Spielstile und Taktiken: Je älter die Spieler, umso druckvoller wird agiert. Bei den Kategorien U 12 bis U 14  gibt es teilweise endlose Spiele, vornehmlich von der Grundlinie. Alle Spieler verfügen hier über einen großen Willen und eminentes Durchhaltevermögen, denn die entscheidenden Spiele dauern oftmals etwas länger. Kein Punkt wird verloren gegeben, so dass sich die Spiele entsprechend hinziehen. Ewig lang dauert das Spiel zwischen Hanna Campara (MBB Manching) und Dasya Prihantora (TC RB Regensburg). Prihantora, die in knapp einer Woche erst ihren elften (!) Geburtstag feiert, entschied das Match mit 10:8 im Supertiebreak für sich. Prihantora ist bereits Mitglied im BTV Talentepool, von ihr wird man vermutlich noch öfter hören. Herausragend bei der U 14:  Noah Schmiedl von SV Baur Burkunstadt - ein echtes Energiebündel auf dem Platz. Mit einer brutalen Powervorhand deklassierte er seine nicht minder schlechten Gegner stellenweise, so auch im Finale. Power ist auch in der Königsklasse Nachwuchs angesagt. Ein glasharter Aufschlag und eine druckvolle Vorhand führen hier doch zu schnelleren Entscheidungen. Spektakuläres Spiel  im ersten Halbfinale der U21: Andre Büttner gegen Tobias Schaller. Schaller bei seiner „Abschiedsvorstellung“ – er entwächst im nächsten Jahr dem Jugendbereich – und war seit über 10 Jahren ununterbrochen in Greding zu Gast. Andre Büttner präsentierte einen ersten Aufschlag, wie man ihn schon lange nicht mehr auf der Gredinger Anlage gesehen hat. Schaller hielt dagegen, hatte gegen die Klasse von Büttner aber nur wenig Chance. Überraschend ins zweite Halbfinale gelangt war Bastian Falk vom TC Greding. Mit sicherem und konzentriertem Tennis von der Grundlinie stieß er bis unter die letzten Vier vor. Allerdings gab es dann gegen seinen schier übermächtigen Gegner – genau 17 Leistungsklassen Unterschied lagen zwischen den beiden Kontrahenten - nichts zu holen. Platz drei ist trotzdem ein toller Erfolg für das Gredinger Jugendtennis – schon lange war im Nachwuchsbereich kein Spieler mehr auf dem Treppchen gestanden. Falks Gegner Lion Knott hatte gegen Andrè Büttner im Finale dann keine Chance. Büttner  scheint noch einmal einen Leistungssprung gemacht zu haben. Ein knallharter Aufschlag, scharf gezogene Grundschläge und eine starke Athletik: Dagegen war kein Kraut gewachsen. Mit 6:0 und 6:1 ließ Büttner seinem Gegner keine Chance. Im Damenendspiel hatte Schwester Sophia Büttner anfangs zu beißen. Sie konnte aber nach verlorenem ersten Satz das Spiel noch drehen und gewann im Super-Tiebreak gegen Chiara Waigand von TC RW Straubing. 

 

Platzierungen

Herren U 21

Andre Büttner (CAM Marienberg Nürnberg) – Lion Knott ( SpVgg Hainsacker) 6:0/6:1

Damen U 21

Sophia Büttner (CAM Marienberg Nürnberg) - Chiara Waigand (TC RW Straubing) 1:6/6:4/10:5 

U 14 männlich

Noah Schmiedel (Baur SV Burgkunstadt) – Igor Mirkov ( TC Noris WB Nürnberg) 6:0/6:1

U 14 weiblich

Dasya Prihantora (TC RB Regensburg)- Hanna Campara (MBB Manching) 6:3/4:6/10:8

U 12 männlich

Samuel Dietl TSV Gaimersheim) – Justus Jaksch (SV Ramsthal) 6:3/6:7/10:7

U 10 männlich

  1. Linus Wein (TC Eibach)

  2. Fabio Perkowski (TV Thalmässing)

U 9 männlich

Kia Campara (MBB Manching) – Jakob Widani (TV 1860 Fürth) 4:1/4:0  

U 8 männlich

  1. Leo Distler (FC Schwand)

  2. Thomas Meier (MBB Manching)

U 8  weiblich

  1. Amelie Heidingsfelder (FC Schwand)

  2. Elisabeth Tietz (TC Greding)