Bericht 18. Gredinger Jugend- und Nachwuchsturnier 2016

Klatsch macht es, wenn der Schläger auf den Ball trifft. Das Surren des gelben Filzballs ist deutlich zu hören. Ein langes Vorhandduell von der Grundlinie, mitunter spritzt der Sand auf. Die Akteure rutschen mit letztem Einsatz in die Ecken und schlagen den Ball mit großer Vehemenz und Wucht zurück. Ein wichtiger Punkt – der wird natürlich bejubelt. Eine exemplarische Spielszene vom Finaltag des 18. Gredinger Tennis- Jugendranglistenturnier.


„Rundum gelungen“ – so lässt sich das Gredinger Jugendturnier kurz umschreiben. Immerhin fand es an den Pfingsttagen schon zum 18. male statt. Trotz rückläufiger Turnierlandschaft in Bayern – das Gredinger Turnier hat sich über Jahre etabliert. Bei diesmal perfekten  äußeren Bedingungen gab es packende Tennisspiele. Der Ablauf wie immer reibungslos. Dazu als besonderes Faustpfand die familiäre Komponente in Greding: die menschliche und warmherzige Atmosphäre, die allen Beteiligten jedes Jahr aufs Neue gut tut. Und so gingen alle Aktiven und Zuschauer nach vier Tagen Dauertennis zufrieden nach hause. Hauptverantwortlich für das Event: Die beiden Turnierleiter Gert Sorgatz und Daniel Geyer – mit ihrem Team hatten sie wieder an alles gedacht und ein perfektes Turnier auf die Beine gestellt:
82 Teilnehmer waren der Einladung nach Greding gefolgt. Darunter wie immer die Creme de la Creme des bayerischen Tennis. TB Erlangen, 1. FC Nürnberg, TV 1860 Fürth. Iphitos München, TC Günzburg, TC Rot-Weiß Coburg konnte man auf der Teilnehmerliste lesen - quer durch den süddeutschen Raum also. Die weiteste Anfahrt hatte ein Spieler, der bis aus Plauen angereist war. Und die Protagonisten kämpften mit großem Einsatz vier Tage lang um die begehrten Ranglistenpunkte. Gab es am ersten Tag noch leichte Wetterprobleme, so herrschen an den weiteren Turniertagen nahezu perfekte Tennisbedingungen bei ausgezeichneten Plätzen. Wohl selten hatte es ein so ruhiges Turnier gegeben, die Oberschiedsrichter mussten nur ganz selten eingreifen. Die Akteure allesamt sehr diszipliniert und fair – bei unsicheren Bällen wurde in der Regeln einfach weitergespielt. Auch die Eltern zeigten sich diesmal mehr als entspannt und hielten sich weitgehend zurück. Zwar hatte man bei vergangenen Jugendturnieren in einigen Altersklassen schon höheres Tennisniveau erlebt: Doch alles in allem sah man auch diesmal wieder hochklassiges Jugendtennis in Greding. Wie schon in den letzten Jahren wurden die Spiele fast ausschließlich von der Grundlinie bestritten.  „Die nötige Länge“, so heißt das Zauberwort. Wird zu kurz gespielt, so folgt in der Regel ein Knaller aus dem Halbfeld, der zumeist zu einem direkten Punkt führt.
Und Zwei echte Knaller prägten auch das Jugendturnier wie schon im Vorjahr: Die Kleinsten und die Größten – die Altersklasse U 8/U9 auf dem Kleinfeld und der Nachwuchs U 21 – zwei völlig unterschiedliche Kategorien begeisterten die Zuschauer: Wer am Donnerstag – dem reinen Kleinfeldtag – noch nicht da war - der hatte etwas verpasst. Das Feld viel kleiner, der Ball viel leichter und größer: Was die U8 bis U10 trotz regnerischem Wetter zelebrierten, das war aller Ehren wert. Gespielt wird hier noch mit der nötigen Unbekümmertheit. „Tennis aus dem Bauch“ heraus: Ohne Muster, Schemen, Schablonen und Taktik, die später mitunter das eigene Spiel auch belasten können, wurde hier frei von der Leber weg Tennis gespielt. Tolle Aufschläge, Crossbälle, Stopps etc. – das Tennis ABC wird hier schon komplett beherrscht. Simon Weber, Lokalmatador vom TV Hilpoltstein spielte in der Altersklasse U 8 ein Spitzenturnier. Als einziger aus der näheren Umgebung gelang ihm der Sprung aufs Treppchen. Er belegte bei den Allerkleinsten einen ausgezeichneten zweiten Platz. Die restlichen Lokalmatadoren taten sich in den vier Turniertagen sichtlich schwer: Najomi Trejo vom TC Greding stand immerhin im Finale der Nebenrunde und verlor nach langem Kampf. David Weber vom TV Hilpoltstein holte ebenso den zweiten Platz in der Nebenrunde der U12. Maximilian Leibl vom TC Greding zeigte in einer kleinen, aber starken U 16 Konkurrenz echten Kampfgeist: Er konnte sein letztes Spiel nach hartem Fight noch für sich entscheiden. Dies bedeutete im Endklassement einen guten vierten Rang. Ansonsten war der Unterschied zwischen den Spitzenspielern und den Lokalmatadoren doch zu groß, so dass es mitunter in den Vorrundenspielen schon klare Niederlagen gab.
Turnierknaller Nummer zwei:  wie schon in den letzten Jahren die  Nachwuchskonkurrenz. Ein Blick auf die Teilnehmerliste genügte:  Fünfmal Leistungsklasse eins bei den Damen, alle davon in der deutschen Rangliste vertreten. Viermal Leistungsklasse eins bei den Herren. So war hohes Tennisniveau garantiert: Knallharte Aufschläge der Herren,  eine druckvolle Vorhand, die häufig umlaufen wird  - so das Spielkonzept beim männlichen Nachwuchs. Stabile Grundschläge bei Vorhand wie Rückhand, dazu eine tolle Beinarbeit gepaart mit einer sehr guten Physis, darauf kann  die Damenkonkurrenz vertrauen. Somit gingen in den  Nachwuchskonkurrenzen die Vorrundenspiele nahezu glatt aus. „David gegen Golliath“, entsprechend klar waren die Ergebnisse. Bis zum Halbfinale gab es kein einziges Dreisatzmatch, nicht einmal einen Tiebreak.
Enger wurde es dann am Sonntag, der rein den Finalspielen der U21 vorbehalten war. Hier sahen die zahlreichen Zuschauer allesamt Top-Spiele auf sehr hohem Niveau. Sensationell das zweite Halbfinale zwischen Sophia Büttner und Alexandra Lutz, beide vom CAM Nürnberg. Eigentlich ein vorwegenommenes Endspiel, das erst im Supertiebreak entschieden wurde.   Herrvorragend dann auch das Finale. „Sophia gegen Sophia“ - Sophia Mejerovits vom MTTC Iphitos München gegen Sophia Büttner (CAM Nürnberg): beide lieferten Tennis der Extraklasse. Knallharte Duelle von der Grundlinie mit ungeheuren Wucht und Präzision, meist messerscharf der Linie entlanggeschlagen, begeisterten die zahlreichen Zuschauer auf der Tennisterasse. Während Mejerovits noch eine unglaubliche Rückhand in Petto hatte, schlug Büttner gefühlte 15 Asse. Letztendlich reichte dies jedoch nicht, Mejerovits war in den entscheidenden Spielsituationen stets zur Stelle und konnte das Match nach langem Kampf für sich entscheiden. Parallel dazu spielte Andre Büttner  (CAM Nürnberg)  im Herren Finale groß auf und ließ mit seinem wuchtigen Tempotennis seinem Gegener Jan Leithner (Jahn Forchheim) keine Chance. Mit den Siegerehrungen endete dann ein tolles Tennisturnier.

Platzierungen
 
U 8 Männlich     Aurelia Weiß (TV Dachau) – Simon Weber (TV Hilpoltstein) 6:2/6:3
U 9 männlich    Radim Suk (TC RW Eichstätt – Florentina Kastner (SV Lohhof) 6:4/4:6/10:7
U 12 weiblich    1.    Alina Kupfer (STK Garching)
2.    Hanna Campara (SV Zuchering)
U 12 männlich    1. Leo Pade (TSV Grünwald) -
U 14 weiblich    Jennifer Oexle (TV Fürth) – Lucija Subasic (SG Manching) 6:1/2:6/11:9
U 16 weiblich    Lena Grubre (TC Aschheim) – Marie Gklanou (TC Günzburg)  
U 16 männlich    1.    Yannick Wunderlich (TSV Altenfurt)
2.    Alexander Pfeifer (1. FC Nürnberg)
U 21 weiblich    Sophia Mejerovits (MTTC Iphitos München) – Sophia Büttner (CAM Nürnberg) 6:2/7:6
U 21 männlich    Andre Büttner (CAM Nürnberg) – Jan Leithner (Jan Forchheim) 6:2/6:3