Besser geht´s nicht

„Besser geht’s nicht.“ Mit diesen Worten kann man das 16. Gredinger Tennisjugendranglistenturnier kurz umschreiben. Spitzentennis pur, beste äußere Bedingungen, dazu noch eine stattliche Zuschauerkulisse – was will man mehr. Mehr als zufrieden zeigten sich am Ende des viertägigen Turniers auch die Gredinger Verantwortlichen, denn die Erwartungen wurden mehr als übertroffen. Dazu klappte wie immer alles wie am Schnürchen, sogar die Küche war am Ende des vierten Turniertages restlos ausverkauft. Und auch die höheren Mächte hatten diesmal ein Einsehen: Der Wettergott spielte mit. Die  Bedingungen waren an den Turniertagen nahezu perfekt: fast Windstill, keinerlei Regen und nicht zu heiß - ein Eldorado  für jeden Tennisspieler. Da es am Finaltag zudem angenehm kühl war, folgten viele Zuschauer der Einladung und sahen sich die Spiele auf der TC Terrasse an. Seit Jahren hat man nicht mehr so viele Zuschauer auf der Anlage gesehen, was für entsprechendes Flair und gute Stimmung sorgte. Und die Tennisfreunde  mussten ihr Kommen nicht bereuen: Denn das Turnier war eine Werbung für die Sportart Tennis. Hohes Spielniveau, dramatische und enge Matches, leuchtende Augen und Emotionen bei den Kindern: Wer mit dem weißen Tennissport bisher nichts am Hut hatte, der bekam an den vier Turniertagen so richtig Apettit auf diesen geilen Sport.


Verantwortlich dafür waren natürlich die Protagonisten. Exakt 103 Spieler waren der Einladung des TC Greding gefolgt und garantierten ein tolles Feld: Viele Akteure waren aus dem Nürnberger Raum nach Greding gekommen. Wie immer waren die mittelfränkischen Tennishochburgen wie Club am Marienberg, TSV Altenfurt, TB Erlangen oder der ruhmreiche 1. FC Nürnberg in den Startlisten zu lesen. Auch die beiden Ingolstädter Vereine waren zahlreich vertreten. Viele Spieler nutzen das Turnier als sportliche Generalprobe für die bayerische Meisterschaft, die ab Mitte nächster Woche in Ismaning stattfindet. Für viele der Topspieler, war dies noch einmal ein letzter großer Test, bei dem es als Bonus noch wichtige Punkte für die deutsche Rangliste zu sammeln gab.

Doch obwohl es richtig zur Sache ging und es im Nachwuchs um ein staatliches Preisgeld ging, verliefen die Spiele allesamt fair und mehr als entspannt. Bei knappen Linienbällen wurde oft weitergespielt. Äußerst angenehm auch die Elterngeneration, die mit ihren Schützlingen sehr achtsam umgeht und sich weitgehend im Hintergrund aufhält. Auch wenn manche von ihrem Sport schier „besessen“ sind. Die Zeit der Eltern, die um Punkte streiten und ihre Kinder unter Druck setzen,  scheint Gott sein Dank vorbei zu sein. Für eine entspannte Atmosphäre sorgten einmal mehr auch das Turnierteam des TC Greding. Die Turnierleiter Gert Sorgatz und Daniel Geyer brachten mit Peter Miehling und Thomas Ochsenkühn das Turnier perfekt über die Bühne. Als Oberschiedsrichter fungierte Georgios Fotopoulos, der mit seiner natürlichen Autorität alles auf der Anlage im Griff hatte und zudem noch als bestgekleidester Mann auf der Anlage prämiert wurde.

Eine Prämierung hätten auch einige andere Akteure verdient gehabt. „Einmal Greding – immer Greding.“ Viele Spieler halten dem Turnier in der Schwarzachstadt seit Jahren die Treue. Die Qualität des Turniers hat sich herumgesprochen. Wer einmal da war, der kommt wieder. Wieder dabei natürlich auch die zahlreichen Lokalmatadoren. Die Mehrzahl natürlich vom eigenen Verein, viele davon zum ersten male bei so einem Mammutturnier im Einsatz. Alles in allem zogen sich die Gredinger Akteure doch recht achtbar aus der Affäre. Ein Zeichen dafür, dass das Spielniveau im Jugendbereich deutlich angezogen zu haben scheint. Das fundierte und kontinuierliche Training macht sich nun langsam bemerkbar, die Zeiten der Klatschen dürfte definitiv vorbei sein, man kann mitspielen. So gewann  Bastian Falk sein Erstrundenspiel und bot bei der 3:6/3:6 Niederlage gegen einen gesetzten Spieler eine gute Leistung. Michael Ruppert, Stefan Beck, Patrick Reinhard, Katerina Fotopoulos und Günter Beck konnten immerhin ein Spiel gewinnen. Laurin Metzner unterlag erst im Supertiebreak. Für die heimischen Akteure gilt: Zur absoluten Spitze ist es sicherlich noch ein weiter Weg. Doch diese dürfte gerade im Hinblick von Trainingsaufwand und  –intensität auch kein Maßstab sein. Und die Maxime „schneller, höher, weiter“ muss im Leben nicht immer die seligmachende sein.  

Maßstab für die Tospieler ist dagegen die magische Zahl 1. Die Leistungsklasse 1 sah man in Greding auch einige male in den Meldelisten aufblitzen. Vier mal bei den Herren, vier mal bei den Damen. „Klein unser Häuflein – wild unser Blut:  War die Damenkonkurrenz doch diesmal etwas unterbesetzt – zwei Kategorien konnten gar nicht stattfinden - so hatte es das Niveau ab den Halbfinals so richtig in sich. Ein größeres  Feld dagegen bei den Herren. Der Bereich U14 stellte das quantitativ größte Feld, Top Niveau hier vor allem bei den U 16 mit einer extremen Leistungsdichte. Auch der Nachwuchs U 21 war wieder einmal erstklassig besetzt. Putzig anzuschauen natürlich die Kleinsten: Bei den U 8 wurde auf Kleinfeld gespielt. Die kleine Gruppe von drei Akteuren hatte sogar einen eigenen Schiedsrichter, der frei nach dem Song von Jürgen Drews „Barfuß durch den Sommer“, ohne Schuhwerk im Sand agierte. Ein Augenschmaus wie immer die absolute Leistungsspitze. Ab den Halbfinals sah man eigentlich kaum eine Schwäche mehr. Hier ist die Vorhand gleich der Rückhand, gute Bewegung, perfekte Beinarbeit und ein klassischer Vorhandwinner gehören generell zur Pflichtausrüstung. Lange Grundlinienduelle, zumeist cross gespielt begeisterten die zahlreichen Zuschauer. „Inside-Out“: Schüsse mit der Vorhand aus der Rückhandecke gehören bei jedem zum Repertoire.   
 
In dem großen Feld gab es wie immer einige besonders auffällige Spieler. In der Altersklasse U 14 demonstrierte Fedor Richter vom TC GW Bayreuth, ein Defensivtennis der Extraklasse. Er scheiterte erst im Halbfinale. Dominik Maly (TV Fürth) bezwang in der Königsklasse U21 gleich gesetzte Spieler und scheiterte er’s im Halbfinale gegen den an Nummer eins gesetzten Spieler. Janek Christ (CAM Nürnberg) unterlag erst im Finale im Supertiebreak: seine unglaublich harte Vorhand mit extremen Schwung, war wohl waffenscheinverdächtig.

Den Stempel drückten natürlich einmal mehr die Spieler des Nachwuchses auf, die am Finaltag noch einmal so richtig über sich hinauswuchsen. Vor einer großen Zuschauerkulisse fanden das Finale männlich und weiblich nahezu zeitgleich statt. Der eine oder  andere Zuschauer wusste gar nicht wo er zuerst hinschauen sollte und holte sich ob des ständigen Platzwechsels einen steifen Hals vom Zuschauen. Tennis der Extraklasse: Auf Platz eins trat im Damenfinale die für den DRC Ingolstadt startende Hilpoltsteinerin Lisa Schneider gegen Sophia Mejerovits vom 1.FC Nürnberg an. Die beiden an Position eins und zwei gesetzten Spielerinnen zeigten Damentennis par excellence.  Nach klar verlorenem ersten Satz kam Schneider immer besser in Fahrt und hatte es auf der Pfanne den zweiten Satz für sich zu entscheiden. Hart geschlagene und hoch springende Topspinbälle, extreme Winkel und knallharte Schüsse aus dem Halbfeld begeisterten die Zuschauer. Die männlichen Kollegen auf dem Nebenplatz standen der weiblichen Konkurrenz in nichts nach. Hier wurde Tempotennis par excellence gespielt. Wohl selten in einem Finale in Greding wurde so auf die Kugel geknüppelt, so dass es den Anschein erweckte, als würde diese im nächsten Augenblick in der Luft zerreißen. Dem brutal harten von der Vorhand dominierten Tempotennis von Marian Demes (TSV Altenfurt) konnte der spätere Sieger Jan Leithner (Spvgg Jahn Forchheim) eine geringere Fehlerqoute, perfekte Bewegung sowie eine Bombenrückhand entgegensetzten. Immerhin eliminierte Leithner bei seinem Titelgewinn die beiden an Position eins und zwei gesetzten Spieler – eine tolle Leistung für die er natürlich am Ende des Tages wie alle die anderen Sieger prämiert wurde.      
Diese bekamen von Gert Sorgatz und Daniel Geyer Pokalen und Urkunden, der Nachwuchs erhielt schöne Geldpreise. Zudem war wie schon im Vorjahr ein schönes Siegerpodest aufgebaut, was vor allem bei den Kleinsten die Attraktion schlechthin war. Alles in allem zeigten sich die Akteure zeigten sich rundherum zufrieden und gingen mit Gewinn nach hause. „Das gehört mir“ rief einer der Sieger, als er das Kuvert mit dem Preisgeld versehentlich fallen ließ.   

Siegerliste
U 8 männlich
1.    Antiona Ende (TV Lauf)
2.    Kian Campara (TSV Gaimersheim)  
U 10 männlich
1.    Christoph Kastner (TC Moosburg)
2.    Minor Malik (TC Heroldsberg)
U 12 männlich
Dominik Wagner (TC RW Straubing) – Yannick Wunderlich (1. FC Nürnberg)  6:4/6:1
U 12 weiblich
Lisa Seiler (1. Fc Nürnberg) – Johanna Hartkopf (TC Herzogenaurach) 6:3/3:6/10:6
U 14 männlich
Tim Hoffmann (1. TC Heroldsberg) – Jakob Woiciechowsky (CAM Nürnberg) 6:3/6:2
U 14 männlich Nebenrunde
Tim Münzel (TB Erlangen) – Moritz Minor (1. TC Heroldsberg) 6:4/6:4
U 16 männlich
Jan Lukas Anghelin (TSV Gaimersheim) – Julian Christ (CAM Nürnberg) 1:6/6:3/10:4  
U 21 männlich
Jan Leithner (SpVgg Jahn Forchheim – Marian Demes (TSV Altenfurt) 6:0/6:4   
U 21 weiblich
Sophia Mejerovits – Lisa Schneider (DRC Ingolstadt) 6:1/7:5